Journalisten und Medienschaffende
Auf dieser Seite können Sie Medienunterlagen über das Projekt herunterladen und politische Reaktionen und Zitate über den Nationalen Forschungsschwerpunkt sesam nachlesen.
Bitte beachten Sie auch die Spalte Aktuelles: Hier können Sie die Chronik des NFS sesam nachlesen. Neuigkeiten zum Projektverlauf finden Sie unter Nachrichten. Hinweise auf Veranstaltungen finden Sie in den Rubriken Agenda sowie Veranstaltungsberichte.
Der NFS sesam beantragt die Einstellung seiner Kernstudie
Medienmitteilung des Nationalen Forschungsschwerpunktes sesam (NFS sesam) von Donnerstag, 13.03.2008
Das sesam Leitungsgremium (SEC) stellte in seiner Sitzung vom 10. März 2008 fest, dass die sesam Kernstudie in der geplanten Form und unter den gegebenen Umständen nicht erfolgreich durchgeführt werden kann. Der Grund dafür ist, dass das angestrebte Ziel der Rekrutierung von mehreren Tausend Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern innerhalb von zwei Jahren nicht mehr erreicht werden kann. Das SEC hat deshalb beschlossen, beim Schweizerischen Nationalfonds (SNF) die Einstellung der sesam Kernstudie zu beantragen. Das SEC sieht es als unabdingbar an, diejenigen sesam Teilstudien, die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer unabhängig von der Kernstudie rekrutieren, weiterzuführen. Darüber hinaus wird die zentrale wissenschaftliche Fragestellung – die Erforschung der Faktoren, die zu einer gesunden seelischen Entwicklung beitragen – von Forschern des entstandenen Verbundes weiter untersucht werden. Hierzu sind bereits im Rahmen von sesam umfangreiche wissenschaftliche Vorarbeiten geleistet worden, zu denen erste Ergebnisse vorliegen. Es ist zudem die erforderliche Infrastruktur geschaffen worden, die vom Forschungsnetzwerk gezielt weiter genutzt werden wird.
Die sesam Kernstudie hat zum Ziel, die Faktoren für eine gesunde seelische Entwicklung zu erforschen. 3000 Kinder sollten dazu bis ins Erwachsenenalter periodisch, teilweise im Abstand von mehreren Jahren, untersucht und befragt werden. Auch die Eltern und Grosseltern waren eingeladen, bei diesen Untersuchungen mitzumachen. Nachdem die ersten sesam Familien bereits mehrere Messzeitpunkte erlebt haben, zeigt es sich, dass unter den gegebenen Umständen die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer innert nützlicher Rekrutierungsfrist nicht ausreichen wird, um den hohen Qualitätsansprüchen der Studie zu genügen.
Handlungsdruck bei psychischer Gesundheit bleibt
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO 2001 ) und die Europäische Ministerielle WHO-Konferenz zur Psychischen Gesundheit (Helsinki 2005 ) kamen bereits vor Jahren zum Schluss, dass die psychische Gesundheit in den kommenden Jahrzehnten wesentlich über das Wohlergehen des Einzelnen und der Gesellschaft entscheiden werde. Bereits heute - rund 12 Jahre bevor die WHO dies aufgrund des ständigen Anstiegs erwartet hatte - sind Depressionen zur zweithäufigsten Ursache schwerer gesundheitlicher Beeinträchtigungen und vorzeitiger Sterblichkeit geworden.
Weiteres Vorgehen
Über die Notwendigkeit hinaus, die von der sesam Kernstudie unabhängigen Teilstudien weiterzuführen, wird die sesam Leitung gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und mit dem Schweizerischen Nationalfonds über das weitere Vorgehen beraten.
Archiv-Meldungen
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Medienmitteilung des NFS sesam zum Entscheid der Ethikkommission beider Basel (EKBB), 25. Juli 2007
Die Ethikkommission beider Basel (EKBB) hat die Kernstudie des Nationalen Forschungsschwerpunkts sesam (NFS sesam) für den Standort Basel per 24. Juli 2007 freigegeben. Sämtliche Auflagen der EKBB vom 19. März 2007 wurden in die Studie eingearbeitet.
Die Projektverantwortlichen freuen sich über diesen Entscheid. sesam will zum besseren Verständnis der Entwicklung der seelischen Gesundheit und Krankheit beitragen und dankt allen Beteiligten, insbesondere den Mitgliedern der EKBB, der Universität Basel, dem SNF, den Behörden und Partnern für ihre Arbeit und Unterstützung.
Anfragen ab Oktober 2007
Nach dem grünen Licht durch die EKBB erfolgt nun die Rekrutierung von Familien am Hauptstandort Basel. Ab Oktober 2007 werden an der Universitäts-Frauenklinik Basel schwangere Frauen, welche die Vorsorge-Unterschungen besuchen, erstmals über sesam informiert. Sie und ihre Familien haben danach gut einen Monat Bedenkzeit, sich über die Ziele und Untersuchungsabläufe weiter dokumentieren und informieren zu lassen, um dann zu entscheiden, ob sie sich an sesam beteiligen wollen.
Sieben sesam-Termine in den ersten zwei Jahren
Nach der Unterzeichnung der Einverständniserklärung zur ersten sesam-Phase von 28 Monaten erfolgt die erste Datenerhebung. Für die Mutter findet sie in der 20. oder 21. Schwangerschaftswoche statt, bei der Routinevorsorge in der Klinik. Für den Vater des Kindes beginnt die sesam Studie ebenfalls in der 20. Schwangerschaftswoche, für die Grossmütter und Grossväter des Kindes in der 32. Schwangerschaftswoche. Das Kind wird — nach zwei vorgeburtlichen Beobachtungen – erstmals in seinen ersten Lebenstagen untersucht. Es folgen zwei Aktivitätsmessungen und drei Verhaltensbeobachtungen, im Alter von 6 Wochen, 6 Monaten, 12 Monaten und 24 Monaten.
Insgesamt sind während der ersten sesam Phase, von der 20. Schwangerschaftswoche bis zum zweiten Geburtstag des Kindes, für die Mütter und Väter sieben Messzeitpunkte vorgesehen; für die Grosseltern sind es fünf. Nach der Geburt des Kindes und dem Austritt aus der Klinik finden die Untersuchungen in der Regel in einem sesam Studienzentrum statt, oder bei den Studienteilnehmer/-innen zu Hause.
Medienmitteilung des NFS sesam zum Entscheid der Ethikkommission beider Basel (EKBB), 19. März 2007
Grünes Licht für den NFS sesam
Die Ethikkommission beider Basel (EKBB) hat den Antrag des Nationalen Forschungsschwerpunktes sesam (NFS sesam) geprüft und im Grundsatz gutgeheissen. Unter Vorbehalt der Erfüllung von sieben Auflagen kann sesam die Forschung mit interessierten Familien beginnen. Die sesam-Leitung freut sich über die Feststellung der EKBB, dass das geplante Forschungsprojekt sesam unter diesen Bedingungen den hohen ethischen Standards gerecht wird. Die wissenschaftlichen Untersuchungen sollen so bald wie möglich anlaufen.
Der Direktion von sesam wurde der schriftliche Bericht der ethischen Begutachtung heute Montagmorgen, 19. März 2007, ausgehändigt. Die Leitung des NFS sesam nimmt die „abschliessende Beurteilung“ der EKBB zur Kenntnis und wird sie sorgfältig analysieren, um die notwendigen Anpassungen vorzunehmen.
Was macht uns gesund – was macht uns krank?
sesam, Swiss Etiological Study of Adjustment and Mental Health (Schweizerische ätiologische Studie zur psychischen Gesundheit) will die komplexen Ursachen erforschen, die zu einer gesunden psychischen Entwicklung über die Lebensspanne führen. Dabei sollen gesundheitsfördernde und schützende Faktoren identifiziert werden. Die Resultate können als Ausgangslage für die Entwicklung wirksamer Prävention und Behandlung bei psychischen Krankheiten und Lebenskrisen dienen. Die interdisziplinäre Studie möchte 3000 Kinder und ihre Familien über 20 Jahre forschend begleiten . sesam wird dabei mit verschiedenen Spitälern in der ganzen Schweiz sowie Universitäten aus dem In- und Ausland zusammenarbeiten. Die Heiminstitution und Trägerin des NFS sesam ist die Universität Basel. Die einzelnen Forschungsprojekte werden vor Beginn der Studie den zuständigen Ethik-Kommissionen der Kantone vorgelegt.
Psychische Gesundheit besser erforschen
Psychische Erkrankungen gehören genauso zum Leben des Menschen wie körperliche Leiden. Sie treten häufig auf und sind meist sehr belastend: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO 2001 ) und die Europäische Ministerielle WHO-Konferenz zur Psychischen Gesundheit (Helsinki 2005 ) kommen zum Schluss, dass die psychische Gesundheit in den kommenden Jahrzehnten wesentlich über das Wohlergehen des Einzelnen und der Gesellschaft entscheiden wird. Im Jahr 2020 werden Depressionen die zweithäufigste Ursache schwerer gesundheitlicher Beeinträchtigungen und vorzeitiger Sterblichkeit sein.
In den Industriestaaten sind psychische Erkrankungen – vorweg Depressionen – heute bereits die vierthäufigste Ursache von schwerwiegenden Belastungen im Alltag und vorzeitiger Sterblichkeit. Kinder und Jugendliche sind davon besonders häufig und besonders schwer betroffen . Das Ziel von sesam besteht darin, das Wissen über die Ursachen dieser Entwicklung besser zu verstehen, um die Resultate für das Wohl des Einzelnen und der Gesellschaft nutzbar zu machen.
Weitere Auskünfte erteilen:
Daniel Habegger, lic. phil., Öffentlichkeit und Wissenstransfer: Tel. 061 267 02 72 / Mobil 079 609 90 68
Barbara Glättli-Dolanc, lic.phil., Kommunikation / Medien: Tel.: 061 267 02 73
