Psychobiologische Einflüsse von Depression und Angststörungen in der Schwangerschaft
Leitung: PD Dr. I. Hösli, Prof. Dr. Dr. W. Holzgreve, Dr. J. Alder, Prof. Dr. J. Bitzer
Ausgangslage und Forschungsstand
Schwangerschaft wird in der Regel als eine besonders glückliche Zeit angesehen, die von Erwartungsfreude, Stolz und Neugier gegenüber dem wachsenden Kind sowie Faszination über das Wunder der Natur geprägt ist. Was aber, wenn Ängste, Stress oder depressive Verstimmungen die Schwangerschaft überschatten? Welche Auswirkungen haben negative Emotionen und Ereignisse auf das Ungeborene? Gibt es überhaupt nachweisbare Auswirkungen der mütterlichen Befindlichkeit auf das wachsende Kind? Wenn ja, in welchem Umfang spürt der Fötus die Belastung der Mutter?
Forschungsziel
Das Teilprojekt "Psychobiologische Einflüsse von Depression und
Angststörungen in der Schwangerschaft" geht obigen Fragestellungen systematisch nach. Schwangere Frauen, die sich in einer psychisch belasteten Situation befinden, zum Beispiel unter Ängsten oder depressiven Verstimmungen leiden, werden während der Schwangerschaft in engeren Abständen betreut. Ziel ist zu beobachten wie das Ungeborene auf die Stresssituationen der Mutter reagiert, welche Mechanismen allfällige Unterschiede erklären können. Zum Beispiel, inwieweit die Entwicklung des Fötus von den Stresshormonen der Mutter beeinflusst wird und in welchen Entwicklungsphasen ein Fötus besonders sensibel auf die Umgebung reagiert.
Auch soll beobachtet werden, ob sich Neugeborene in der Woche nach der Geburt im Verhalten von anderen Kindern unterscheiden, wenn Angst- und depressive Störungen ihre Mütter belasten.
Erkenntnisgewinn
Die Erkenntnisse dieses Teilprojekts sollen dazu führen, dass die Betreuung von Schwangeren mit psychischen Problemen besser, auf diese besondere Situation angepasst, erfolgen kann und dass gesundheitlich indizierte und sinnvolle Unterstützungsangebote zum richtigen Zeitpunkt in der Schwangerschaft resp. Zeit nach der Geburt zum Einsatz kommen können.

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